Die Jahre 1800 bis 1899

1803

Der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt 10) hielt sich auf der Durchreise in Rügenwalde auf.
Wo dir, o Mensch, Gottes Sonne zuerst schien, wo dir die Sterne des Himmels zuerst leuchteten, wo seine Blitze dir zuerst seine Allmacht offenbarten, und seine Sturmwinde dir mit heiligem Schrecken durch die Seele brausten: Da ist deine Liebe, da ist dein Vaterland.
Wo das erste Menschenauge sich liebend über deine Wiege neigte, wo deine Mutter dich zuerst mit Freuden auf dem Schoße trug und dein Vater dir die Lehren der Weisheit und des Christentums ins Herz grub: Da ist deine Liebe, da ist dein Vaterland.
Und seien es kahle Felsen und öde Inseln und wohne Armut und Mühe dort mit dir, du mußt das Land ewig lieb haben: denn du bist ein Mensch und sollst nicht vergessen, sondern behalten in deinem Herzen. Ernst Moritz Arndt

1805

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Hatte die Stadt noch 3 registrierte Schiffe.

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Die selbstständige Schloßgemeinde wurde aufgelöst, die Schloßkapelle geschlossen und die Einrichtung an die Marienkirche und Gertrudenkapelle verteilt.

1806

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Wurde der Friedhof auf dem Kopfberg städtischer Friedhof.

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Am 21. November 1806 wurde die Kontinental-Sperre errichtet. 11)

1806-1808

Nach den, gegen Napoleon I., verlorenen Schlachten der Preußen bei Jena und Auerstedt (vierter Koalitionskrieg) wurde Rügenwalde von französischen Truppen besetzt.

1807

Wurde das Herzogschloß französisches Lazarett.

1808

Ab dieser Zeit blühte der Schmuggel in Rügenwalde.

1809

Der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt kehrte unter falschem Namen von Schweden über Rügenwalde nach Preußen zurück.

1810

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Die Stadtgüter in den Dörfern Sellen, Gupenhagen und Zizow wurden parzelliert.

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Am 31. März 1810 fand das große "Freudenfeuer" auf dem Kopfberg statt, bei dem leere Kisten und Fässer im Beisein des französischen Konsuls als angebliches Schmuggelgut verbrannt wurden.

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Am 22. August 1810 erfolgte die Einführung einer neuen Städteordnung.

1812-1814

Herrschte in Rügenwalde eine Wolfsplage.

1812

Hat die Stadt 3163 Einwohner.

1813

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Wurde die Schloßdomäne in Wirtschaften für Ackerbürger aufgeteilt.

1814

Rügenwaldermünde wurde vom Arzt Dr. Georg Büttner zum ersten preußischen Seebad aufgebaut.

1815-1851

War Rügenwalde Garnison einer Invaliden-Kompanie.

1817

Am 31. Oktober wurden die Luther- und Melanchton-Eiche neben der Marienkirche gepflanzt.

1822

Am 25. Juni 1822 wurde Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. in Rügenwaldermünde vom Bademeister Ehlert vor dem Ertrinken in der Ostsee gerettet.

1824

Die Schloßmühle wurde Eigentums-Mühle.

1828

Das Dorf Sackshöhe wurde gegründet.

1831-1853

In diesen Jahren herrschten Cholera und andere Seuchen in Rügenwalde.

1831

Hatte die Stadt Rügenwalde 3393 Einwohner.

1833

Der Westflügel des Herzogenschloßes wurde, da durch Brände vernichtet, ganz abgerissen.

1836

Die Volksschule in Rügenwalde wurde an der uns bekannten Stelle erbaut.

1836-1837

Die Karwitzer Chaussee wurde gebaut.

1840

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Die Hafenanlagen wurden vom preußischen Staat übernommen.

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Wurde die Münder Chaussee gebaut.



Lotsenturm

1841

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Wurde das Siechenhaus am Ostufer der Ober-Wipper gebaut.

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Die Irrenanstalt wurde gegründet.

1848

Die Stadtsparkasse wurde eingerichtet.

1850

Um 1850 wurde der Südflügel des Schloßes zum Gericht und Gefängnis umgebaut und im Ostflügel befand sich ein Getreidelager.

1852

Hatte die Stadt Rügenwalde 5060 Einwohner.

1853

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Die Hammermühle wurde gebaut, mit dazugehörigen Kanal.

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Der Friedrichshof wurde gegründet.

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Wütete eine Cholera-Epidemie in Rügenwalde.

1856

Im Hafen von Rügenwalde waren 50 Schiffe zur gleichen Zeit.

1861

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Wurde die Stolpmünder Chaussee gebaut.

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Durchstich am Kopfberg.

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Hatte die Stadt Rügenwalde 5466 Einwohner.

1863

Die erhielt Stadt Rügenwalde Anschluß an das Telegraphennetz.

1866-1872

Wurde die Volksschule von Rügenwalde aufgestockt und damit dreigeschossig.

1871

Hatte die Stadt 4893 Einwohner

1873-1879

Wurden die Molen in Rügenwaldermünde gebaut.
Die Länge der westliche Mole ist 479,5 Meter, die der östliche Mole ist 240 Meter.

1877-1878

Wurde der Hafen in Rügenwalde ausgebaut.

1878

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Am 1. Oktober 1878 erhielt die Rügenwalde Bahnanschluß nach Neustettin.

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Wurde die Schlachthofbrücke in Rügenwalde gebaut.

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Wurde der Stadthafen (Bassin) in Rügenwalde gebaut.

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Bei der Grabow-Mündung wurde ein Petroleumplatz durch Aufspülung angelegt.

1878-1879

War die größte Reederei von Pommern in Rügenwalde beheimatet. Sie besaß 37 Segelschiffe und 4 Dampfer. Es waren die Dampfer "Rügenwalde", "Wipper", "Adler" und "Amalie".

1883

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Brannte die Schloßmühle ab.

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Wurde die Chaussee nach Zanow gebaut.

1884

Wurde in Rügenwalde das St. Jürgenheim in der Bahnhofstraße gebaut.

1885

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Wurde in Rügenwaldermünde ein Lotsenhaus erbaut, welches mit einem Turm versehen wurde, auf dem ein Richtfeuer installiert war.

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Wurde das St. Jürgens-Hospital am Ostufer der Ober-Wipper in Rügenwalde durch einen Neubau erweitert.

1888

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Wurde die Fürstengruft in der Marienkirche erneuert.

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Erhielt Rügenwalde eine gewerbliche Fortbildungsschule.

1891

Am 1. Oktober 1891 wurde das neue Postamt in Rügenwalde in Betrieb genommen.

1892

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Gertrudenkirche wurde renoviert.


Die Gertrudenkirche

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In Rügenwalde wurde die Turnhalle am Kaland eingeweiht.

1893

Rügenwalde bekam elektrischen Strom von der Schloßmühle.

1894

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Grupenhager Chaussee wurde gebaut.

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Bau der Schlawer Chaussee über Karwitz.

1896

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Die Stadtbrücke in Rügenwalde, als Verbindung Langestraße und Bahnhofstraße, wurde in der jetzigen Form gebaut.

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Die Pollnower Kreisbahn wurde eröffnet.

1897

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Die Beelkower Chaussee wurde angelegt und die Marienkirche renoviert.



Der Marktplatz mit der Marienkirche

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Wurde der Schloßhof eingemeindet.

1898

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Wurde die Bismark-Eiche auf der Ecke Bismark- und Karwitzerstraße gepflanzt.

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Die Stadt Rügenwalde erhielt Telephonanschluß und wurde damit Postamt 1. Klasse.

1899

Die Gebäude und der Landbesitz der Irrenanstalt wurden von der Stadt Rügenwalde erworben.



Die Fürstengruft in der Marienkirche

1899

Die Gebäude und der Landbesitz der Irrenanstalt wurden von der Stadt Rügenwalde erworben.


10)siehe hierzu Personen
11)Dekret von 1806 von Berlin; Napoleons I. versuchte, nach Verlust der französischen Flotte (wodurch eine Seeblockade unmöglich wurde), mit einer gigantischen Landblockade (Absperrung Festlandeuropas) England wirtschaftlich entscheidend zu treffen.